GEDICHT DES MONATS – MAI 2023

Φοίβη Γιαννίση

Phoebe Giannisi

ΑΦΗ

που είναι το κινητό το πήραμε άραγε μαζί ρώτησες κι άρχισες να ψάχνεις τον
σάκο τον σάκο που ήταν ως πάντα γεμάτος ως πάνω γεμάτος κι ανάκατος
πράγματα σωριασμένα στον σάκο το ένα μέσα στο άλλο μπλεγμένα μεταξύ με
το χέρι βαθιά χωμένο μέσα στην τρύπα εξερευνούσες το σκοτεινό άδυτο νάτο
εδώ είναι είπες μάλλον αυτό είναι αν και δεν είμαι σίγουρος γιατί απλώς το
έπιασα νομίζω ότι το έπιασα είπες νομίζω πως αυτό που έπιασα ήταν αυτό που
έψαχνα και τότε συνεχίσαμε τον δρόμο μας γιατί να μην είναι αυτό που έπιασες
αυτό που ζητάς αυτό που έπιασες και δεν είδες είναι πάντα αυτό που ζητάς
πρέπει να εμπιστεύεσαι την αφή όσο και την όραση είπα ίσως και παραπάνω
σκέφτηκα αφή μυρωδιά πιο κοντά στη μνήμη πιο κοντά στην αλήθεια γιατί πιο
κοντά στο σώμα από την όραση για να μυρίσω για να αγγίξω πρέπει να είμαι
κοντά σε επαφή ο ένας πάνω στον άλλο μόνο ο ένας πάνω στον άλλο είναι η
αλήθεια

TASTSINN


Wo ist das Handy haben wir es denn mitgenommen fragtest du und fingst an zu suchen im Rucksack dem Rucksack der wie immer voll war bis oben hin voll und durcheinander Dinge aufgehäuft im Rucksack
das eine mit dem anderen verheddert inzwischen den Arm tief In die Öffnung gesteckt durchforschtest du das dunkle Sanktuarium
na al-so hier ist es sagtest du wahrscheinlich ist es das wenn ich auch nicht sicher bin denn ich habe es nur erfühlt ich glaube ich habe es
erfühlt sagtest du ich glaube dass das was ich erfühlt habe das war was ich finden wollte und dann setzten wir unseren Weg fort warum
soll das was du erfühlt hast nicht das sein was du suchst du musst dem Tastsinn ebenso vertrauen wie dem Sehsinn sagte ich vielleicht
auch noch mehr dachte ich Tastsinn Geruchssinn näher an der Erinnerung
näher an der Wahrheit weil näher am Körper als das Sehen um zu riechen
um zu berühren muss ich nah sein in Kontakt der Eine Am Anderen nur der
Eine am Anderen die
Wahrheit

Phoebe Giannisi

wurde 1964 in Athen geboren und lebt heute in Volos.

Sie arbeitet als Professorin an der Fakultät für Architektur an der Universität Thessalien.


Bereits acht poetische Werke hat sie veröffentlich und ihre Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt. Ihre bekanntesten Bände sind
Homerika (2009) und Raposodia (2016), aus dem
auch der „Tastsinn“ stammt.

Übersetzung aus dem Griechischen von Torsten Israel.

Einige Gedichte von Phoebe Giannisi sind in der
Gedichtsammlung “Dichtung mit Biss: Griechische Lyrik aus dem 21. Jahrhundert” (2018, Edition Romiosini/CeMoG in deutscher Sprache publiziert) ins Deutsche übersetzt worden.

Die Edition Romiosini/Centrum Modernes
Griechenland aus Berlin veröffentlicht griechische
und griechenlandbezogene Literatur in deutscher
Sprache. Die Bücher werden zur kostenlosen
Online-Lektüre angeboten und können auch als EBook oder Book-on-Demand erworben werden.

https://www.cemog.fu-berlin.de/

https://bibliothek.edition-romiosini.de

Unser Projekt “Gedicht des Monats” konnte durch die freundliche Unterstützung der Edition Romiosini/CeMoG realisiert werden.

#staysafe #readpoetry